Gastvortrag Tom Holert: „Heterogene Gemeinschaften: Lizzie Borden und die feministische, queere und antirassistische (...)"

Tom Holert: „Heterogene Gemeinschaften: Lizzie Borden und die feministische, queere und antirassistische Subkultur-Futuristik von „Born in Flames” (1983)”

Öffentlicher Vortrag, 26. April 2012, 18.00 Uhr
Fachhochschule Potsdam, Pappelallee 8-9, Hauptgebäude, Hörsaal HG 067

Nach über fünf Jahren der Arbeit mit Laiendarsteller*innen und so gut wie ohne jedes Budget hatte „Born in Flames“ 1983 auf den Internationalen Filmfestspielen in Berlin Premiere. Der zweite von insgesamt nur vier längeren Filmen der Regisseurin Lizzie Borden ist ein dokumentarischer Underground-Science-Fiction über eine Revolte von women of color und queers in einem sozialdemokratischen Amerika (und das zu Zeiten der Präsidentschaft von Ronald Reagan!). Der Film stieß in den 1980er Jahren eine Debatte über die Erneuerung des feministischen Kinos an, gehört aber heute zu den noch zu entdeckenden filmischen Entwürfen einer utopischen Militanz jenseits aller „Geschlechterkampf“-Klischees. Dass er mit einem Anschlag auf das World Trade Center endet, ist nur einer von vielen möglichen Gründen, sich mit „Born in Flames“, knapp dreißig Jahre später, wieder zu beschäftigen.

Tom Holert ist Kunsthistoriker, Kulturwissenschaftler und gelegentlich Künstler. In den 1990er Jahren war er Redakteur bei Texte zur Kunst und Mitherausgeber von Spex, danach ist er immer wieder für mehr oder weniger lange Aufenthalte an Hochschulen gegangen, wie zuletzt (bis September 2011) fünf Jahre als Professor an die Akademie der bildenden Künste Wien, wo er einen Forschungsschwerpunkt und einen Promotionsstudiengang für bildende Künstler*innen aufbauen half.

Letzte Veröffentlichungen: Regieren im Bildraum (2008); Das Erziehungsbild. Zur visuellen Kultur des Pädagogischen (Hg., mit Marion von Osten, 2010); Distributed Agency, Design’s Potentiality [Civic City Cahier 3] (2011).

Dieser Vortrag ist Teil des Interflex-Projekts Konstruktiv. Gender, Class, Race & Bodies.

17. April 2012 um 13:10 Uhr
JS
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