InterFlex - Interdisziplinär und Flexibel Sonderprogramm Exzellenz in der Lehre
Die Fachhochschule Potsdam gehört zu den Preisträgern des Wettbewerbs „Exzellente Lehre“, einer gemeinsamen Initiative der Kultusministerkonferenz und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft . Das ausgezeichneten Projekts "InterFlex - Förderung von Interdisziplinarität und Flexibilität zur Integration von Forschung, Wissens- und Technologietransfer in die grundständige Lehre" wird mit Mitteln des Stifterverbandes und des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg realisiert.
Seit dem Sommersemester 2010 entstehen immer neue interdisziplinäre Lehrveranstaltungen, die die Chance bieten, Fragestellungen, Methoden und Herangehensweisen unterschiedlicher Fachdisziplinen kennenzulernen und zu erproben. Gleichermaßen Lehrende wie Studierende sind regelmäßig aufgefordert, sich mit Ideen für interdisziplinäre, an Wissens- und Technologietransfer orientierte Lehrveranstaltungen an InterFlex zu beteiligen.
Ringvorlesung: Let´s talk about Gender und Diversity als berufliche Schlüsselkompetenz
Nach der erfolgreich durchgeführten Ringvorlesung in den letzten zwei Semestern an der Fachhochschule Potsdam (Dokumentation unter: http://interflex.incom.org/workspace/76) gibt es nun eine Fortsetzung. Es gibt wieder die Möglichkeit, fächerübergreifend und interdisziplinär, Theorien, Forschungsprojekte und praxisbezogene Projekte zu diskutieren. Wieder werden Expert_innen ihre Themen zur Diskussion stellen: u.a. Rassismus (und Sprache), Antiziganismus, Adultismus, Gender/Queer, Interkulturalität, Migration und das Konzept des Verbündet-Seins – immer bezogen auf gesellschaftliche Realitäten und/oder Praxisbereiche. Alle genannten Diversitydimensionen werden danach befragt, inwiefern Intersektionalität eine Rolle spielt. Allen Beiträgen liegt zugrunde, dass – über das gesetzlich verankerte Gender Mainstreaming und über das Allgemeine Gleichstellungsgesetz – Gender und Diversity zu Schlüsselkompetenzen für berufliche Qualifikationen zählen. Die Ringvorlesung bietet Ihnen Informationen neuerer Ansätze, die Möglichkeit von gegenseitigem Austausch. Hier erhalten Sie auch Anregungen, die zu eigenen Projekten führen können. Zu den Vorträgen sind alle herzlich willkommen! Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Designradar. Forschung zur stilistischen Grundlagenbildung als Voraussetzung zeit-adäquater Gestaltung und Kommunikation vermittels und über Gestaltung
Das Designradar ist ein digitales bildbasiertes interaktives Instrument zur Erfassung, Archivierung, Darstellung und Kommentierung von zeitgenössischen Entwicklungen im Design. Die Versuch-Version des Designradars ist dabei mediale Grundlage und soll durch den praktischen Einsatz in der Lehre entsprechend differenziert und weiterentwickelt werden. Gegenstand der Untersuchung sind zeitgenössische stilistische Trendentwicklungen im Design. Grundlage und Voraussetzung gestalterischer Arbeit ist das Verständnis aktueller Entwicklungen. Professionelles Gestalten setzt voraus die Zeichen der Zeit zu verstehen, diese in zeitgemäße bzw. zukunftweisende Produkt- und Gestaltkonzeptionen zu übersetzen und schließlich entsprechend zu kommunizieren. Darüber hinaus soll die grundsätzliche Nutzungsoffenheit des Designradars auch im Sinne der Entwicklung einer fachbereichsübergreifenden Forschungsplattform und im Hinblick auf die spezifische Nutzung anderer gestalterischer Disziplinen überprüft werden. Aus diesem Grund richtet sich die Veranstaltung auch an Studierende anderer Fachbereiche, insbesondere des Fachbereichs Architektur und Kulturarbeit.
betreut durch Prof. Jörg Hundertpfund, FB Design
freitags, 9.00 - 18 .00 Uhr / kick off: 30.04.2012 / 9.00 Uhr / Haus 5 / Raum 1.06
Entwicklung einer Datenbank zur Erfassung von Bestandsinformationen des denkmalgeschützten Gebäudeensembles der Hoffbauer-Stiftung auf der Insel Hermannswerder
Ziel des Projektes ist die fachliche Begutachtung, Inventarisierung, Dokumentation des überwiegend neogotischen backsteinernen Gebäudeensembles (Denkmalbestandes) der Hoffbauer-Stiftung (1881-1911) auf der Halbinsel Hermannswerder/Potsdam. Die Ergebnisse sollen zusammen mit anderen relevanten Informationen (Bauplänen, Archivalien, Dokumenten) in einer Datenbank verwaltet und für Fachanwenderinnen (wie: Denkmalpflegerinnen, Kunsthistorikerinnen, Restauratorinnen, Architektinnen, Bauingenieurinnen, Archivar_innen etc.), gerade auch bezüglich anstehender Restaurierungs-/Renovierungs-/Sanierungs- und sonstiger -maßnahmen verfügbar gemacht werden.
Die Projektarbeit erfolgt in zwei Themenschwerpunkten:
Themenbereich A: Restauratorische Bestandsaufnahme
• Erarbeitung der Bau- und Restaurierungsgeschichte (Archivrecherche), damit Zusammentragen aller baulichen Informationen
• Aufnahme/Inventarisierung auch der baugebundenen Dekorationselemente (Stuck/ Wandmalerei/historische Architekturfarbigkeit), die für die Erbauungszeit des Gebäudes typisch/charakteristisch sind
• Feststellung des Erhaltungszustandes, der Schadensursachen, damit Festlegung der erforderlichen Maßnahmen
• Praktische Empfehlungen zum Umgang mit Altbausubstanz
• Angabe zur Dringlichkeitseinstufung notwendiger Maßnahmen und zur Wartung und Pflege des Bestandes
Themenbereich B: Konzeption der webbasierten Datenbankanwendung
• Prozessanalyse und Datenmodellierung (Entwicklung Datenmodell)
• Erstellung eines Konzeptes zur Verwaltung der Informationen
• Erstellung eines Konzeptes zur Erweiterung des Datenbestandes
• Erstellung eines Konzeptes zur Informationsnutzung (Recherche, Präsentation etc.)
Voraussetzungen:
• Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens
• Methoden restauratorischer Bestandsaufnahme (Restauratoren)
• Interesse an der elektronischen Datenverwaltung (Restauratoren)
• Theorie relationaler Datenbanken (Informationswissenschaftler)
• Interesse an Restaurierung und historischen Gebäuden und Unterlagen
Bauwerk und Mensch - kindgerechte Bildung für bewusstes und nachhaltiges Bauen, Wohnen und Arbeiten
Zum Themenkomplex "Bewusstes, nachhaltiges Bauen, Wohnen und Arbeiten" sollen sich Studierende in interdisziplinären Arbeitsgruppen mit der Bewusstseinsbildung für Nachhaltigkeit in Bezug auf Gebäude auseinandersetzen. Im Rahmen der praxisorientierten Seminarveranstaltung mit Werkstattcharakter beschäftigen die Studierenden sich mit Konzepten kindlicher Bildung und Fragestellungen zu Energieeinsparung, Wiederverwertbarkeit von Baustoffen usw.. Ziel ist es, kindgerechte "Bildungspakete" für Kindergarten- und Grundschulkinder zu konzipieren und zu erproben.
Impulsvorträge, Werkstattveranstaltungen und Modellbau beleuchten und
veranschaulichen ausgewählte Aspekte, zum Beispiel:
- das "atmende" Haus
- behagliches Wohnen
- Potentiale von Lehmbau und nachwachsenden Baustoffen.
Empirisches Arbeiten unter Berücksichtigung von Gender und Diversity
Die Forderung nach einer Berücksichtigung von Gender & Diversity in akademischen Kontexten lässt sich kaum noch ignorieren (als Stichworte seien „Gender Mainstreaming“ und das „Allgemeine Gleichbehandlungs-gesetz“ genannt). In keiner wissenschaftlichen Arbeit, in keiner Forschungs- oder Projektkonzeption – und zwar fachbereichsübergreifend – können Gender & Diversity unproblematisiert und/oder unkommentiert „umgangen“ werden.
In diesem zweisemestrigen InterFlex-Projekt sind Studierende aller Fachbereiche eingeladen, sich der Herausforderung zu stellen, Gender & Diversity – auch unabhängig vom Zentrum des eigenen Erkenntnis-interesses – in wissenschaftlichen (Bachelor-) Arbeiten, Forschungs- oder Projektideen angemessen zu berücksichtigen.
Als theoretische Ausgangslage, um der Komplexität, Vielfältigkeit und Widersprüchlichkeit gesellschaftlichen Lebens begegnen und diese in wissenschaftlichen Zusammenhängen praktikabel handhaben zu können, werden wir im Seminar den Ansatz mehrebenenanalytischer Intersektionalität von Winker/Degele (2009) als gemeinsame Wissensbasis erarbeiten.
Hiervon ausgehend können wir uns verschiedensten, aus studentischer Sicht relevanten, wissenschaftlichen Fragestellungen, Forschungsdesigns und Projektideen aus allen Fachbereichen zuwenden und im Kurs kontrovers diskutieren, inwiefern Gender & Diversity angemessen berücksichtigt werden können und sollten.
Wer im eigenen Fachbereich keine Verknüpfungen zu Gender & Diversity sieht, kann sich mithilfe des folgenden FHP-Links ab S.7 inspirieren lassen:
http://www.fh-potsdam.de/fileadmin/fhp_zentrale/dokumente/gleichstellung/Dokumente/Literatur/Literaturliste2_Gender_Jan2012.pdf
Basisliteratur: Winker, Gabriele / Degele, Nina (2009). Intersektionalität. Zur Analyse sozialer Ungleichheiten. Bielefeld: transcript Verlag.
Czollek, Leah Carola / Perko, Gudrun / Weinbach, Heike (2009). Lehrbuch Gender und Queer. Grundlagen, Methoden und Praxisfelder. Weinheim/München: Juventa.
Betreut durch Angela Redemeyer und Gudrun Perko (FB 1)
Start: 13. April, freitags 10-13.30 Uhr, zweisemestig, 14 tägig